„Zwei Frauen im Meeting sind noch keine Frauenförderung“ – so betitelte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) ihren Bericht über die aktuelle Studie des Frauen-Karriere-Index (FKi) und zitierte damit Initiatorin und FKi-Geschäftsführerin Barbara Lutz. Die Unternehmen, die am FKi in seiner nunmehr schon fünften Erhebung teilnehmen, haben das längst erkannt und engagieren sich systematisch und langfristig für ‚mehr Frauen in Führung’ – und das mit messbarem Erfolg: Am 8. März 2017, dem Internationalen Weltfrauentag, stellte Barbara Lutz in den Räumen des Gastgebers Bloomberg L.P. in Frankfurt am Main die Ergebnisse der Erhebungen des Jahres 2016 vor. Zu den zahlreichen Gästen zählten die Repräsentanten der über 30 Unternehmen, die sich diesmal – wieder oder zum ersten Mal – beteiligt hatten.

Grußwort: Staatssekretär Dr. Kleindiek, BMFSFJ

Sie alle erhielten aus den Händen von Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ihre Auszeichnung. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hatte auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen (LINK zum Grußwort der Ministerin). Kleindieck gratulierte den Unternehmen und dankte ihnen für ihr Engagement. Er resümierte: „Der Frauen-Karriere-Index bietet ein vorbildliches Konzept zur systematischen Förderung von Frauen in der Arbeitswelt.“

Vortrag: Elizabeth Krutoholow, Bloomberg Industries N.Y.

Der anschließende Impulsvortrag von Elizabeth Krutoholow (Bloomberg New York) zu ‚Emerging Trends in Technology’ schlug den Bogen zur anschließenden Podiumsdiskussion ‚Digital Leadership und die Rolle der Frauen’. Auf dem Panel saßen neben Staatssekretär Dr. Kleindiek Maria Dietz, Mitglied des Verwaltungsrates der GFT Technologies SE, Matthias Malm, Director DCHC Compute Deutschland Hewlett Packard Enterprise, Dr. Eva Sandmann, Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie und Frauenbeauftragte der Technischen Universität München sowie Jan Ising, Managing Director und verantwortlich für die Women’s Initiative bei Accenture.

Eine der Leitthesen war: ‚Karrierewillige’ Frauen haben an ihren Arbeitsplatz überraschend ähnliche Anforderungen wie die gut ausgebildeten Fachkräfte der nächsten Generation, der digital natives. Damit können Frauen zu Vorreiterinnen werden: Unternehmen, die erfolgreich Frauen fördern, sind agiler, moderner, flexibler – und damit attraktiver für junge Talente. Maria Dietz, die gemeinsam mit ihrem Mann die GFT Technologies SE aufgebaut hat, berichtete: „Wir waren und sind auf Frauen als Mitarbeiter angewiesen. Also mussten wir uns überlegen, wie wir als Unternehmen attraktiv werden für Talente.“ Heute arbeiten viele Frauen bei der GFT in Führungspositionen, und die Unternehmensspitze engagiert sich weiter kontinuierlich im Bereich der Frauenförderung. Ein besonders wichtiger Aspekt, wie Matthias Malm anmerkte: „Frauenförderung muss Chefsache sein. Und: Vereinzelte Maßnahmen bringen nichts. Frauenförderung muss systematisch und langfristig angelegt sein.“

Podiumsdiskussion von links nach rechts: Dr. Eva Sandberg, TUM – München, Maria Dietz, Verwaltungsrates, GFT; Staatssekretär Dr. Kleindiek, BMFSFJ; Dr. Jan Ising, Managing Direktor Accenture; Matthias Malm, Director DCHC Hewlett Packard Enterprise; Barbara Lutz, Frauen-Karriere-Index

Deutlich wurde in der Diskussion auch, dass die zunehmende Digitalisierung Frauen neue und bessere Möglichkeiten der Karriereplanung eröffnet. Mit Blick auf die MINT-Branchen betonte Jan Ising: „Unser potentieller Talentpool besteht zu 50 Prozent aus Frauen. Unsere Aufgabe, Aufgabe der Gesellschaft ist es, dafür zu sorgen, dass Mädchen und Frauen hier für sich und ihre berufliche Karriere Chancen und Perspektiven sehen.“

Einig waren sich alle auf dem Podium, wie wichtig die Rolle der Schule, der frühzeitigen Wissensvermittlung ist. Eva Sandmann wies darauf hin, dass Frauen bei der Berufswahl häufig andere Dinge in den Fokus rückten als Männer. So sei für sie ein wichtiger Aspekt die Möglichkeit, Gesellschaft mitzugestalten. „Dass dies auch in technischen Berufen möglich ist, muss offensiv kommuniziert werden und vor allem in die Schulen hineingetragen werden.“

Die engagiert geführte Diskussion zeigte das hohe persönliche ‚Commitment’ der Unternehmensvertreter. Vor allem aber machte sie eins deutlich: Für die FKi-Unternehmen ist Frauenförderung schon längst strategisches Unternehmensziel geworden.

Gruppenfoto Teilnehmer

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